Ratgeber: Beerdigung und Trauerfeier – das sollten Sie als Trauergast wissen


Beerdigung Die Nachricht vom Tod eines Freundes, Bekannten oder nahen Verwandten sorgt bei vielen Menschen für Traurigkeit sowie Verunsicherung hinsichtlich der anstehenden Trauerfeier und Beerdigung.

Damit Sie etwas mehr Sicherheit für die Verabschiedung des Verstorbenen erhalten, finden Sie nachfolgend die wichtigsten sieben Fragen rund um die Themen Trauerfeier und Beerdigung.



1. Die Frage der Kleidung

Es ist kulturell in Deutschland und Mitteleuropa üblich, zu Trauerfeiern und Beerdigungen eher gedeckte und dunkle Farben sowie festliche Kleidung zu wählen. In der Regel greifen Männer zu einem dunklen Anzug mit weißem Hemd und dezenter Krawatte. Frauen tragen eher Röcke und Kleider, ebenfalls in dunklen Farben. Strumpfhosen, eine Rocklänge übers Knie sowie ein geschlossenes Dekolleté sind dabei modische Grundprinzipien, die Frau bei der Kleiderwahl zu beachten hat. Auch auf zu auffallendes Make-Up und grellen Schmuck sollte eher verzichtet werden. Je nach Region und Religion kann es erforderlich sein, eine Kopfbedeckung zu tragen. In anderen Kulturen gilt nicht Schwarz als Trauerfarbe, sondern Weiß. Dies ist beispielsweise bei russischen oder griechischen Beerdigungen der Fall. Es gibt auch Trauerfeiern in denen der Verstorbene zu Lebzeiten festgelegt hat, dass die Trauergäste nicht in Schwarz erscheinen sollen. Falls dies seitens der Angehörigen kommuniziert wurde, versuchen Sie diesen Wunsch auch zu respektieren.

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2. Soll ich mein Kind zu einer Bestattung mitnehmen?

Die Frage, ob und ab welchen Alter Kinder bei einer Trauerfeier bzw. Beerdigung dabei sein sollten, lässt sich keinesfalls allgemein beantworten. Es kommt immer darauf an, wie das Verhältnis zu dem Verstorbenen aus Sicht der Kinder, aber auch bezüglich der Eltern war. Ebenfalls spielt die Einstellung der Eltern zu den Themen Tod, Trauer, Beerdigung eine wichtige Rolle. Auch das Alter kann entscheidend sein. Besteht die Möglichkeit ein Kleinkind während einer Trauerfeier bei einer Vertrauensperson zu lassen, kann dies für die Eltern hinsichtlich der Verarbeitung ihrer Trauer sehr hilfreich sein. Ist die Mutter oder der Vater von der Trauerfeier stark emotional mitgenommen und das Kind bei den Feierlichkeiten dabei, kann es ebenfalls sinnvoll sein, eine Vertrauensperson vor Ort zur Seite zu haben, die dem Kind zusätzlichen emotionalen Beistand ermöglicht. Häufig sind die Reaktion des nahestehenden Umfelds und die aus kindlicher Sicht unverständlichen Rituale und Trauergefühle der Erwachsenen für viele Kinder viel schwieriger zu verkraften als die Todesnachricht eines näher stehenden Familienmitgliedes oder Bekannten.

Auch wenn es für die von Trauer betroffenen Eltern schwierig ist. Versuchen Sie das Kind in die Entscheidung zur Teilnahme an der Trauerfeier mit einzubeziehen und ihm immer wieder zu erklären, was, wie und warum dort geschehen wird. Bereits Kleinkinder nehmen alles, was aufgrund eines Sterbefalls passiert, sehr aufmerksam wahr. Helfen Sie dabei, die Wahrnehmungen bestmöglich zu verarbeiten. Erklären Sie einem Kind, falls es an einer Trauerfeier und / oder Beerdigung teilnimmt, was es erwartet. Verdeutlichen Sie Ihre Gefühlslage und den Grund für Ihre Handlungen und Reaktionen. Das hilft ihm, etwas sicherer mit der ungewohnten Situation umzugehen. Falls eine Abschiednahme am offenen Sarg stattfindet, sollten Sie zunächst ohne Kinder den Verstorbenen die letzte Ehre erweisen. Erst nach dem eigenen Eindruck können Sie feststellen, ob der Anblick für Sie und so wahrscheinlich auch für Ihr Kind stimmig, friedlich und tröstlich ist. Sagen Sie auch hier dem Kind unbedingt, was es erwartet und lassen Sie es zu, wenn das Kind die Verabschiedung am offenen Sarg, die Teilnahme an der Trauerfeier oder an der Beerdigung ablehnt.


3. Der Ablauf einer Trauerfeier und einer Beerdigung im Überblick

Wie eine Trauerfeier und die spätere Beerdigung sich inhaltlich und zeitlich gestalten, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Eine Trauerfeier findet in der Regel in einer Friedhofshalle, Kapelle oder Kirche je nach Wunsch der Angehörigen und dortigen Vorschriften mit oder Sarg bzw. Urne statt.
Nicht immer muss ein Pfarrer oder ein freier Redner durch die Trauerfeier führen. In einigen Fällen übernehmen Familienangehörige und Freunde die Redebeiträge. Auch ganz stille Trauerfeiern ohne Wortbeiträge und nur mit Musik werden in vergleichsweise seltenen Fällen durchgeführt. An das Ende der Trauerfeier schließt sich häufig der Gang zu Grab mit Urne oder Sarg an. Meist erfolgen auch am Grab noch einige Worte seitens eines Pfarrers, Trauerredners und/oder der Angehörigen. Nach der Beisetzung von Sarg bzw. Urne ist es üblich, etwas Erde, Blumen oder Blumenblätter symbolisch ins Grab zu geben und sich in einem ruhigen Moment sowohl schweigend als auch zu dem Verstorbenen sprechend zu verabschieden. Die nächsten Hinterbliebenen nehmen als erstes in dieser Art und Weise Abschied und stellen sich danach neben das Grab. Im Anschluss erhalten sie von den anderen Trauergästen Beileidsbekundungen. Wird das nicht gewünscht, empfiehlt es sich für die nahestehenden Hinterbliebenen, sich vorerst nach der Verabschiedung am Grab zurückzuziehen. Teilweise finden nur Gedenk- und Trauerfeiern statt, bei denen die Beisetzung erst an einem anderen Termin in anderem Rahmen erfolgt. In solch einem Fall ist es meist üblich, sich wie am Grab mit einer Blume oder auch Kerze am Bild, dem Sarg oder der Urne des Verstorbenen zum Abschluss der Trauerfeier zu verabschieden.


4. Die Sitzordnung bei der Trauerfeier

Trauerfeier Es herrscht im deutschsprachigen Kulturraum die ungeschriebene Regel, dass in der ersten Reihe einer Trauerhalle, Kirche oder Friedhofskapelle zuerst die nächsten Hinterbliebenen Platz nehmen. Danach folgen nahestehende Familienmitglieder und enge Freunde. In den hinteren Reihen sollten entfernte Verwandte, Bekannte, Nachbarn, Vereins- und Arbeitskollegen sitzen.

Auch für den Gang zum Grab und die Verabschiedung am Grab oder in der Trauerhalle gilt diese Reihenfolge.


5. Verhaltensempfehlungen auf einer Beerdigung

Gerade als Freund der Familie oder entfernterer Verwandter bzw. Bekannter empfiehlt es sich, möglichst zurückhaltend und aufmerksam gegenüber den nächsten Angehörigen zu agieren. Auch wenn Sie Bekannte nach langer Zeit auf der Beerdigung wiedersehen, sollten Sie sich entsprechende Gespräche für den Zeitpunkt nach der Trauerfeier aufheben und die Trauer der Angehörigen berücksichtigen. Bezüglich der Beileidsbekundungen am Grab sind kurze, aber passende Worte wie „Viel Kraft in dieser schweren Zeit!“ und „Mein Beileid.“ meist ausreichend.


6. Nach der Beerdigung – Wie läuft der Leichenschmaus ab?

Findet ein sogenannter Leichenschmaus im Trauerhaus, einer Gaststätte oder Dorfhaus statt, bleibt immer noch die Gelegenheit an dieser Stelle ausführlicher sein Beileid auszudrücken und Gespräche mit anderen Trauergästen zu führen. Je nach Region und Familienkultur verläuft der Leichenschmaus sehr unterschiedlich. Bei einer kulinarischen Kleinigkeit, wie Kaffee und Kuchen, stehen meist die Erinnerungen an den Verstorbenen im Mittelpunkt. Das bildet oft einen wichtigen Ausgangspunkt zur Verarbeitung vorhandener Trauer. Sofern Sie nicht in Verbindung mit einem Trauergesteck abgegeben wurden, ist der Leichenschmaus auch der passende Rahmen, um die eigene Trauerkarte an die Angehörigen zu überreichen. 

Kommentare (1)

  • Fine

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    Vielen Dank für den Beitrag. Ich finde hier wird ganz gut zusammengefasst was bei einer Trauerfeier zu beachten ist. Ich denke jeder sollte für sich selber entscheiden, wann und ob man Kinder mit zu einer Beerdigung nimmt. Es kommt sicherlich auch ganz darauf an wer beerdigt wird.

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