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Ratgeber: Das Grab – von der Wahl bis hin zur Gestaltung


Das Grab Die Wahl des Grabes ist eng mit der gewünschten Bestattungsartverbunden. Bei einer Erdbestattung werden in der Regel andere Grab-Formen genutzt als bei der Feuerbestattung. Zusätzlich besteht für Urnenbeisetzungen die Möglichkeit, Beisetzungen außerhalb traditioneller Friedhöfe, beispielsweise im Meer oder in einem Friedwald vorzunehmen.

Die folgenden Zeilen sollen Ihnen helfen, einen Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten und Aspekte der Grab-Wahl zu erlangen.



Die verschiedenen Grab-Arten im Überblick

Sowohl bei Urnen- als auch den größeren Erdbestattungsgräbern wird zwischen:

  • Einzelgrab,
  • Doppel- bzw. Familiengrab,
  • Reihengrab,
  • Wahlgrab und
  • anonymes Grab unterschieden.

Bei Einzelgräbern dürfen in der Regel nur ein  Sarg bzw. bei Urnengräbern nur eine Urne beigesetzt werden. Je nach Friedhofssatzung kann es jedoch für Erdeinzelgräber Ausnahmen geben und die zusätzliche Beisetzung von ein bis vier Urnen kann gegebenenfalls erlaubt sein. Bei der Wahl eines Doppel- oder Familiengrabes ist es möglich, zwei oder mehr Grabstellen zu nutzen bzw. für spätere Beisetzungen in der Familie direkt neben der genutzten Grabstätte zu sichern.

Erd- und Urnenreihengräber sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Lage im Gegensatz zu Wahlgräbern nicht frei wählbar ist. Bei der Entscheidung für ein anonymes Grab, erfahren die Angehörigen auf Wunsch von der Friedhofsverwaltung nur in welchen Bereichen sich die anonymen Erd- oder Urnengrabfelder befinden. Sowohl der genaue als auch die Besetzungszeit bleiben in der Regel ungenannt. Zusätzlich zu den Reihengräbern und anonymen Grabformen existieren auf einigen Friedhöfen noch Zwischenformen. So gibt es beispielsweise Gräber, die in einer Wiesenanlage liegen, auf denen nur einzelne Steinplatten das Grab markieren oder eine Stele bzw. ein Gedenkstein zusammenfassend die Daten aller dort beigesetzten Verstorbenen zeigt.

Urnenbestattung

Während die Erd- bzw. Sargbestattung grundsätzlich an eine Bestattung in der Erde gebunden ist, kommen bei der Urnenbestattung besondere Grabwahlmöglichkeiten hinzu. Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • die Stelle in einem Kolumbarium, einer Urnenwand, in der sich die  Urne meist in einem separaten Fach hinter einer Steinplatte mit eingraviertem Namen, Geburts- und Sterbedatum befindet,
  • das Baumgrab an den Wurzeln eines Baumes in Bestattungs- bzw. Friedwäldern,
  • die Seebestattung, bei der die Urne im Meer an dafür vorgesehen Bestattungsbereichen in Wasser gelassen wird,
  • die Wiesenbestattung, bei der die Asche auf einer Wiese verstreut werden kann.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Teil der Asche für das Pressen eines Diamantes oder für das Befüllen von Schmuckstücken zu verwenden, die dann als Erinnerungsstücke dienen. Die  Bestattung der Asche eines Verstorbenen auf dem eigenen Grundstück ist nur nach Erlaubnis seitens der örtlichen Gemeinde erlaubt. Das Mitnehmen der Asche und das Aufstellen der Urne daheim sind nicht möglich, da in Deutschland der sogenannte Friedhofs- und auch BeisetzungszwangGräber seitens der aktuellen Gesetzgebung herrscht.

Um die Bestattung einer Urne sicherzustellen, verlangt jedes  Krematorium einen Urnenanforderungsschein seitens des Friedhofs, auf dem die Beisetzung erfolgen soll. Liegt dieser nicht vor, wird die Asche eines Verstorbenen in der Regel auch nicht vom Krematorium herausgegeben. Diese Vorgehensweise ist allerdings nicht in allen europäischen Ländern üblich. In Polen, Tschechien und den Niederlanden gibt es zu dieser Frage andere gesetzliche Bestimmungen.


Organisatorische und gestalterische Aspekte

Um ein Grab zu nutzen, muss es (außer bei einer Seebestattung) gekauft bzw. für Dauer von etwa 10 bis 40 Jahren gepachtet werden. Die Dauer richtet sich, genauso wie die Grabkosten, nach der jeweiligen Friedhofsgebührensatzung. Urnen-Einzelgräber kosten im Durchschnitt zwischen 340 und 2.500 Euro. Ein einzelnes Wahlgrab für eine Erdbestattung ist ab etwa 1.000 Euro erhältlich. Die genauen Preise sind regional sehr unterschiedlich.

Neben der Grabwahl stellt sich vielen Angehörigen rund um die Organisation der Beisetzung auch die Frage nach dem Grabschmuck. Diese hängt in erster Linie von der Grabgröße und Grabart ab. Ein Familiengrab für die Erdbestattung bietet viel Platz für größere Blumenspenden, wie große Kränze und Trauergestecke. Kleine Urnenreihengräber hingegen nicht. Bei anonymen Beisetzungen, denen eine Trauerfeier mit Blumen- und Kranzspenden vorausgeht, ist es häufig möglich, die blumigen Gedenkgrüße an einer dafür vorgesehen Stelle des Friedhofs platzieren zu lassen. Ein Schmücken des Grabes ist nicht möglich. Auch bei einer Baum-, Wiesen- und Kolumbariumsbeisetzung sind die Möglichkeiten des Grabschmucks vergleichsweise begrenzt. Diese Eingrenzungen werden von der jeweiligen Friedhofssatzung geregelt und beinhalten auch Bestimmungen zu Grab- bzw. Gedenksteinen.

Bei anonymen Bestattungen, Baum- und Wiesenbestattungen sind Gedenksteine in der Regel nicht erlaubt. Auch eine individuelle Grabbepflanzung, das Setzen von Grablichtern, -einfassungen und -schalen sind unter anderem bei diesen Grabformen nicht möglich. Dies ist zwar mit dem Nachteil verbunden, dass sich das jeweilige Grab nicht persönlich zu Gedenktagen gestalten lässt. Andererseits spart dies den Aufwand für eine Grabpflege, die dauerhaft professionell durchgeführt mehrere hundert Euro im Jahr kosten kann.


Die Grabwahl als ganz persönliche Entscheidung

Auch wenn der Friedhofszwang in Deutschland die Wahl der Grabart und den Beisetzungsort einschränkt, so zeigen sie die Arten der Gräber überaus vielfältig. Sie reichen von Einzel- bis Familiengräbern, deren Lage Sie entweder als Wahlgrab frei wählen können oder als preiswerteres Reihengrab mit speziellen Gestaltungsvorschriften akzeptieren müssen. Bei einer Urnenbeisetzung haben Sie mehr Wahlmöglichkeiten als bei der Grabwahl im Rahmen einer Erdbestattung. Diese bietet im Gegenzug häufig mehr Freiraum für Grabschmuck und  Grabgestaltung.

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