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Ratgeber: Grabgestaltung – Tipps für eine immergrüne, schöne Grabbepflanzung


Grabgestaltung, Grabbepflanzung und Grabpflege.Nach der Beerdigung eines Menschen ergeben sich für die Angehörigen immer wieder neue Fragen und Aufgaben. Nachlassangelegenheiten müssen geklärt, die eigene Trauer verarbeitet und auch die Grabbepflanzung sowie -pflege organisiert werden. Ob Sie letzteres selbst übernehmen möchten oder sich selbst gärtnerisch kreativ um die Grabgestaltung bemühen, liegt dabei ganz bei Ihnen. Die nachfolgenden Tipps zeigen Ihnen, wie Sie einfach selbst die Grabbepflanzung, -gestaltung und -pflege übernehmen können.

Die Erstbepflanzung als Grundlage für die Grabpflege

Sind Sie ein Mensch, der viel Zeit am Grab verbringen wird? Oder haben Sie andere Orte der Trauer und Begegnung mit den Erinnerungen an den Verstorbenen? Wie sind Sie im Alltag zeitlich eingespannt? All diese Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie die Grabbepflanzung planen. Auch Ihr mögliches Budget für Pflanzen und Pflege spielt eine wichtige Rolle.

Nehmen Sie die Erstbepflanzung selbst vor, ist es wichtig zu wissen, dass das Grab sein Aussehen in den folgenden Wochen und Monaten stark verändern wird. Nach einer Beerdigung entsteht auf einem Grab zunächst ein Grabhügel, der sich erst nach und nach setzt. Die Zeit bis dahin können Sie für saisonale Bepflanzungen nutzen und beispielsweise im Frühjahr Tulpen, Narzissen und andere Frühjahrsblumen pflanzen. Im Winter stellt das Abdecken mit Reisig eine Gestaltungsmöglichkeit während der Zeit des Grabhügels dar. Falls der Friedhof nah am Wald liegen sollte, bedenken Sie, dass einige Tiere (wie Rehe und Hasen) gern Blumen fressen. Besonders Tulpen sind für viele Rehe wahre Leckerbissen, wohingegen Narzissen meist nur in Zeiten mit wenig Futterangebot gefressen werden.

Für die endgültige Grabbepflanzung nach dem Setzen des Grabhügels empfiehlt es sich auf einen Pflanzenmix zurückzugreifen, der erstens das ganze Jahr ein immergrünes, blühendes Grabbild entstehen lässt. Zweitens sollte er überwiegend aus Pflanzen bestehen, die winterfest sind und mehrere Jahre auf dem  Grab wachsen können. Das nimmt Ihnen den Druck zu jeder Jahreszeit eine saisonale Bepflanzung vorzunehmen und lässt eine schöne Grabgestaltung zu, wenn Ihre Zeit zu knapp für eine auswendigere Grabpflege ist. Ein Hinzupflanzen von saisonalen Blühpflanzen lässt sich jederzeit zusätzlich in eine Grabgestaltung integrieren.


Die Pflanzenwahl für die Grabgestaltung

Für die Grabbepflanzung empfehlen erfahrene Friedhofsgärtner häufig eine Mischung von folgenden Planzen:

  • Bodendeckern,
  • immergrüne Bepflanzungen,
  • je nach Grablage Schattenpflanzen sowie
  • winterfeste Pflanzen.

Bodendecker

Bodendecker gehören zu den Klassikern unter der Grabbepflanzung, da sie großflächig, aber nicht hoch wachsen. Zusätzlich benötigen Sie wenig Pflege, wirken Unkraut entgegen und blühen in der Regel jedes Jahr erneut und auch mehrmals. Sie möchten mit Bodendeckern einige Farbakzente in die Grabgestaltung einbringen? Falls ja, sollten Sie auf folgende Pflanzenarten zurückgreifen:

  • Elfenblumen, die kelchartig in Rosa-, Gelb- und Weißtönen im Frühjahr/Sommer blühen und sich sehr frostbeständig zeigen.
  • Steinbrech-Pflanzen, die in Purpur, Rot und Gelb als Blickfang ebenfalls im Frühjahr/Sommer dienen.
  • Immergrün, welches trotz seines Namens violettfarbene Blüten, auch an schattigen Orten, zum Vorschein bringt.

Immergrüne Pflanzen

Immergrüne Pflanzen sind ebenfalls für die Grabgestaltung wichtig. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Blätter nicht verwelken, sondern erst abfallen, wenn sich ein neues Blatt gebildet hat. Da sie von vielen Menschen optisch als weniger ansprechend empfunden werden, stellen sei häufig nur die pflegeleichte Basis für die Grabbepflanzung dar. Greifen Sie bei der Wahl des Immergrüns allerdings immer auf kleinere bis mittlere Wuchsformen zurück. Hohe Immergrün-Variationen können bis zu einem Meter hoch werden und müssen deshalb häufiger zurückgeschnitten werden.


Schattenpflanzen

Viele Gräber liegen im Schatten und benötigen somit eine Grabbepflanzung, die weniger Sonne zum Gedeihen braucht. Zu den bekanntesten sowie erprobtesten Schattenpflanzen für Gräber gehören:

  • die mehrjährig violettblühende Hundszahnstaude,
  • der in verschiedenen Farben blühende Günsel,
  • Buschwindröschen und
  • Maiglöckchen sowie
  • die Taubnessel mit ihren stark rötlich-violetten Frühjahrsblüten.

Winterfeste Pflanzen

Damit das Grab auch im Winter grün und gepflegt wirkt, können sie auf folgende winterharte Pflanzen zurückgreifen:

  • Winterschneeball, der in milden Wintern durchgängig mit kleinen rosa Blüten blüht,
  • Spindelsträucher sowie
  • rosa oder weiße Besenheide.


Die Grabpflege: Dünge-, Gieß- und Rückschnitt-Tipps

Ein optimales Pflanzenwachstum ist neben der passenden Pflanzenwahl auch mit der richtigen Pflege verbunden. Um das gesunde Wachstum der Grabpflanzen zu fördern, müssen Sie keinen hohen zeitlichen Aufwand treiben. Es reicht, wenn Sie wichtige Aspekte derGrabbepflanzung, Grabgestaltung und Grabpflege. Grabpflege kennen und entsprechend umsetzen. So ist es beispielsweise nützlich, wenn Sie die Art des Grabbodens kennen. Dies hilft Ihnen den passenden Dünger für die Frühjahrspflege zu wählen. Befindet sich das Grab unter einem Baum ist es hilfreich, Pflanzenerde, Kalk und Kompost zur Wachstumsförderung hinzuzugeben. Sand, Kompost und Pflanzenerde empfiehlt sich bei Lehmböden. Pflanzerde mit Tonanteil in Verbindung mit Kompost unterstützt das Gedeihen auf sehr sandigen Böden. Zusätzlich können Sie in regelmäßigen Abständen flüssigen Dünger gießen.

Das Gießen von Wasser ist, außer an heißen Sommertagen, in der Regel für Dauer- und Saisonbepflanzungen nur bei der Neupflanzung notwendig. Die Ausnahme bildet eine Grablage an größeren Bäumen, deren Wurzeln unter Umständen für Wasserknappheit sorgen können. Sie haben Pflanzen in Steinschalen auf dem Grab gepflanzt? Diese benötigen häufig mehr Wasser und trocknen an sonnigen Tagen leicht aus. An Regentagen besteht die Gefahr, dass das Wasser nicht schnell vollständig abläuft und die Pflanzen gegebenenfalls zu faulen beginnen. Neben dem Düngen und Gießen zählt auch der Rückschnitt zur Grabpflege. Dieser sollte im Frühjahr, je nach Pflanze im Sommer und noch zum Herbst erfolgen.


Lassen Sie sich inspirieren

Sie wissen noch nicht so recht, wie Sie die Grabgestaltung und -bepflanzung vornehmen möchten und Ihnen fehlt es an kreativen Ideen? Nutzen Sie einen der nächsten schönen Tage für einen Spaziergang auf dem Friedhof. Mit Sicherheit werden Sie Grabgestaltungen entdecken, die sie inspirieren werden. Selbstverständlich können Sie auch den Friedhofsgärtner oder die Floristin Ihres Vertrauens ansprechen, um mehr Tipps zur Grabbepflanzung und -pflege zu erhalten.


Wenig Zeit? – Tipps zur Wahl des Friedhofsgärtners

Ihnen ist es nicht möglich die Grabgestaltung selbst in vollem Umfang zu leisten? Ein Friedhofsgärtner kann dies für Sie übernehmen. Um den richtigen zu finden, empfiehlt es sich, bei der örtlichen Friedhofsverwaltung oder Freunden bzw. Bekannten nach Empfehlungen zu fragen. Achten Sie darauf, dass Sie ein umfassendes Angebot erhalten, welches alle gewünschten Leistungen einschließt. Diese können von der Grabneuanlage, Wechselbepflanzung und Dauergrabpflege reichen.

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